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Zur Freude der wenigen Zuschauer fand das 48. Internationale Crossrennen des ACC Contern bei strahlendem Sonnenschein statt, obwohl das Wetter in den Tagen vor dem Rennen ziemlich miserabel gewesen war. Da die Strecke größtenteils auf hügligem Gelände verläuft, konnte das überflüssige Wasser innerhalb weniger Stunden abfließen und es war daher trotz einiger schlammiger Passagen im Wald recht trocken und gut befahrbar. Die schlechte Nachricht vor dem Rennen war natürlich die Abwesenheit von Marie Schreiber. Die luxemburgische Starfahrerin im Frauen-Cyclocross, die für das Rennen in Contern gemeldet war, hatte einige Tage zuvor bekannt gegeben, dass sie nicht teilnehmen könne aufgrund einer hartnäckigen Infektion, die ihr seit den Straßenweltmeisterschaften in Ruanda das Leben schwer macht. Angesichts der Konkurrenz durch ausländische Veranstaltungen von rund einem Dutzend UCI-Crossrennen alleine an diesem letzten Sonntag im Oktober, darunter das prestigeträchtige Superprestige von Overijse, hatte der ACC Contern natürlich auf die U23 Vize-Weltmeisterin gehofft, um das Publikum anzulocken. Mann musste sich dann aber mit dem Gedanken abfinden, dass in diesem Jahr keine großen Stars am Start auf der traditionellen Strecke zu sehen wären, dafür aber ein internationales und recht ausgeglichenes Teilnehmerfeld, das Spannung und neue Sieger versprach, wie zum Beispiel Larissa Hartog und Wout Janssen in den jeweiligen Elite-Rennen.
Vor magerem Publikum gingen etwa zwanzig Anfänger, Jungen und Mädchen, beim ersten Rennen des Tages an den Start, und schon bald übernahm Leo Marc Lanners die Führung mit einigen Metern Vorsprung auf Paul Moog und einer kleinen Gruppe bestehend aus Yannis Elsen, Noé Garcia Pinnel, Lorenzo Astolfi und Bjarne Bauer. Lanners konnte zwar während des weiteren Rennverlaufs die Führung halten, schaffte es jedoch nicht, sich vollständig von Paul Moog zu lösen, der nur wenige Sekunden hinter ihm lauerte. Hinter den beiden Männern vergrößerte sich der Abstand: der Führende des Skoda Cross Cup, Lorenzo Astolfi, lag bereits mehr als eine Minute zurück, zusammen mit Yannis Elsen, während die Dippacher Bjarne Bauer und Filip Wolter noch etwas weiter dahinter fuhren. Nach einem erbitterten Kampf in den letzten Runden gewann Leo Marc Lanners die 35. Ausgabe des COMAT-Grand-Prix bei den Anfängern mit nur 8 Sekunden Vorsprung vor Paul Moog. Lorenzo Astolfi, der Dritte des Rennens, konnte die Führung im Skoda Cross Cup mit einem komfortablen Vorsprung vor Moog behaupten. Bei den Mädchen hatte Sarah König einen deutlich besseren Start als Chiara Christen, die am vergangenen Wochenende in Mondorf und beim Saisonauftakt in Reckange noch gewonnen hatte. Anschließend baute die Fahrerin des CT Atertdaul ihren Vorsprung aus und beendete das Rennen auf einem guten zwölften Platz in der gemeinsamen Wertung mit den Jungs, mit mehr als zwei Minuten Vorsprung auf Christen, die im Klassement den 15. Platz belegte. In der Gesamtwertung des Skoda Cross-Cup lagen beide Mädchen gleichauf, aber aufgrund der Feinheiten des Reglements durfte Chiara Christen das prächtige grüne Trikot der Führenden überstreifen.
Siegerpodest bei den Anfängern: Paul Moog, Sarah König, Leo Marc Lanners, Lorenzo Astolfi
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Das Rennen der Junioren war recht spektakulär, da eine grössere Gruppe bis zum Schluss um den Sieg kämpfte, mit vielen Positionswechseln und einem Sieg, der schließlich im Sprint auf der Zielgeraden entschieden wurde. Es überraschte nicht, dass die zahlreichen Belgier in dieser Kategorie dominierten und nach einer Runde fünf von ihnen an der Spitze des Rennens lagen, begleitet von zwei Franzosen: Maxime Smits führte vor Toon De Peuter, Seppe Sprangers, Dani Maenen, Jules Van Oirbeek, Maxence Detre und Louis Regost. Ben Fleming war zu Beginn des Rennens der erste Luxemburger auf Platz zwölf, dicht gefolgt von Ben König und Dawson Fehlen-Perreira. Danni Maenen schien an der Spitze des Rennens sehr stark zu sein und erhöhte mehrmals das Tempo, wodurch das Trio Van Oirbeek, Detre und Regost etwas zurückfiel und sich dahinter in Begleitung von Alessio Roelandt wiederfand. Vorne gelang es Smits und Sprangers, den beiden Teamkollegen von Acrog-Tormas, die Angriffslust von Maenen zu erwiedern, während auch De Peuter in Lauerstellung blieb. Die vier Fahrer konnten sich nicht voneinender trennen bis zu den letzten hundert Metern, auf denen sich Maxime Smits als der Stärkste erwies. Der Belgier gewann mit einer Länge Vorsprung vor Toon De Peuter und einigen Metern vor seinem Teamkollegen Seppe Sprangers, der im Sprint einen Tick schneller war als der unglückliche Danni Maenen, einer der Hauptanimatoren des Tages. Auf luxemburgischer Seite gelang es Ben Flemming, sich in der zweiten Rennhälfte von seinen Landsleuten abzusetzen und einen sehr guten 11. Platz zu belegen, leider nur drei Sekunden hinter den wertvollen UCI-Punkten, die er sich angesichts seines Rennens redlich verdient hätte. Fehlen Perreira kam etwa 30 Sekunden später und einen Platz weiter ins Ziel, während Ben König auf dem 15. Platz gut eineinhalb Minuten Rückstand auf Fleming hatte, der natürlich weiterhin an der Spitze des Skoda Cross Cup steht.
Maxime Smits führt bei den Junioren vor Dani Maenen, Toon De Peuter und Seppe Sprangers
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Trotz der Abwesenheit von Marie Schreiber führte eine Luxemburgerin das Feld der Frauen in den ersten Momenten des Rennens an: Maïté Barthels hatte einen sehr guten Start erwischt vor Juline Delcommune und Liv Wenzel, wurde aber bald von Larissa Hartog überholt. Die Niederländerin, die vor wenigen Tagen bei den letzten Gravel-Weltmeisterschaften den 10. Platz belegte, setzte sich resolut an die Spitze des Rennens, während die andere Favoritin des Tages, Perrine Clauzel, mit einem sehr schlechten Start zu kämpfen hatte. Die ehemalige Mountainbike-Europameisterin gab jedoch nicht auf und arbeitete sich nach und nach wieder nach vorne. Nach einer Runde hatte Hartog bereits einen Vorsprung von etwa 30 Sekunden auf eine Gruppe mit Maïté Barthels, Liv Wenzel und der ehemaligen belgischen Meisterin Joyce Vanderbeken, dicht gefolgt von den Französinnen Clauzel, Laura Piernet und Adèle Hurteloup. Elena Lopes lag zusammen mit der Belgierin Yana Parthoens an der Spitze der U19-Wertung und knapp vor June Nothum, der Führenden im Cross-Cup. In den folgenden Runden überholte Perrine Clauzel Wenzel, Barthels und Vanderbeken, setzte sich auf dem zweiten Platz fest und sorgte weiterhin für Spannung, da sie sich Larissa Hartog immer mehr näherte und sogar bis auf etwa fünfzehn Sekunden heranrückte. Liv Wenzel und Maïté Barthels kämpften um den dritten Platz, vor Vanderbeken und Hurteloup. In den letzten beiden Runden baute Larissa Hartog ihren Vorsprung erneut aus und und gewann schließlich alleine den Grand Prix COMAT, 42 Sekunden vor Perrine Clauzel. Nach einer großartigen Leistung konnte Liv Wenzel als beste U23-Fahrerin und erste Luxemburgerin des Rennens auf die dritte Stufe des Siegerpodestes steigen, während Maïté Barthels am Ende des Rennens auf den sechsten Platz zurückfiel. Yana Parthoens wurde Erste in der Juniorenwertung, eine knappe Minute vor Elena Lopes und June Nothum, der trotz ihrer Zugehörigkeit zur jüngsten Altersklasse die Gesamtwertung des Skoda Cross-Cup souverän anführt.
Larissa Hartog, Siegerin bei den Damen
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Etwa dreißig Fahrer gingen beim Rennen der Elite und U23-Fahrer an den Start, und bereits in der ersten Runde übernahm Wout Janssen die Führung. Der Belgier, der vor einigen Tagen beim Rennen in Essen einen soliden vierten Platz belegt hatte, nur zwei Sekunden hinter dem Sieger Vandenbosch und vor Fahrern wie Mason und Sweeck, galt als großer Favorit des Rennens und war entschlossen, diesem Status gerecht zu werden. Nach einer Runde hatte Janssen etwa zehn Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Lorenzo Marasco. Dahinter folgten Arne Baers, Ugo Ananie und etwas weiter zurück Wies Nuyens, Théo Jung, Thomas Verheyen, Ingmar Uytdewilligen, Arnaud Gillet und Raphaël Kockelmann, der beste Luxemburger. Der Fahrer des Sebmotobikes Teams hatte einen sehr guten Start hingelegt und lag zu Beginn des Rennens in der Rangliste der einheimischen Fahrer vor Rick Meylender und Lennox Papi. In den nächsten Runden baute Janssen seinen Vorsprung weiter aus, vor einem Verfolger-Trio aus Marasco, Ananie und Baers, dann folgten Uytdewilligen und der Tscheche Patrik Lienert, der nach einem schlechten Start stark aufholte. Auch Lennox Papi kämpfte sich mit scheinbarer Leichtigkeit nach vorne und lag nun kurz vor den Top 10, nachdem er Kockelmann, Meylender und auch Elio Clarysse, den belgischen Führenden des Skoda Cross-Cup, distanziert hatte. Die Positionen änderten sich nach der Hälfte des Rennens kaum, außer dass Arne Baers von den beiden Franzosen Marasco und Ananie distanziert wurde, während Papi etwas weiter hinten seinen Aufstieg in der Rangliste fortsetzte. Wout Janssen gewann also die 18. Ausgabe des Grand-Prix der Gemeinde Contern souverän mit 39 Sekunden Vorsprung vor Ugo Ananie, der sich auf den letzten Metern der Wiese von Lorenzo Marasco absetzen konnte. Arne Baers wurde Vierter vor Lienert und Uytdewilligen, während Lennox Papi einen hervorragenden siebten Platz belegte. Der junge Luxemburger, der ein starkes Finish hinlegte, hatte fast drei Minuten Vorsprung auf Raphaël Kockelmann, den zweitplatzierten Luxemburger auf Rang 19. Zwei Plätze vor ihm gelang es Elio Clarysse, dank seines Vorsprungs aus den ersten drei Rennen der Saison in Reckange, Kayl und Mondorf das Trikot des Skoda Cross-Cup zu verteidigen.
Wout Janssen, Gewinner des 18. GP de la Commune de Contern
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