www.ost.lu

www.bech.lu

22. Grand-prix Ostfenster - 03.05.2009 - Bech

Bericht vom Rennen:

Es war ein eigentlich ein ungewöhnliches Rennen, das sich vor den Augen des prominenten Zuschauers Frank Schleck abspielte. Ein Rennen, wo das Hauptfeld mehrmals auseinander fiel, die Gruppen sich aber dann immer wieder zusammen fanden, wo die frühen Ausreisser den ganzen Tag über in Reichweite der Verfolger blieben, aber dennoch nie eingeholt wurden. Die beiden stärksten Fahrer des Tages waren aber am Ende vorne, denn Kirk Carlsen und Christian Poos lagen von Anfang an an der Spitze und machten den Sieg unter sich aus, wobei der US-Meister bei den U23 davon profitierte, dass er das stärkste Team hinter sich hatte und den Luxemburger in die Schranken verwies.

97 Fahrer hatten sich in die Startlisten des 22. Grand-prix OST-Fenster eingeschrieben und ein kleiner Hauch

Prominenz: Frank Schleck mit Romain Hilger

Prominenz: Frank Schleck mit Romain Hilger.

von Exotik lag in der Luft. Denn Fahrer aus 12 Nationen hatten sich in dem schönen Dörfchen Bech eingefunden, darunter ein Kanadier, ein Neuseeländer, zwei Japaner und vor allem 5 US-Amerikaner, die ihr grosses Talent eindrucksvoll unter Beweis stellen sollten. Sofort nach dem Start gab es die ersten Attacken und schon in der ersten Runde hatte sich eine sehr vielversprechende Gruppe abgesetzt: Peter Salon (Nationalteam USA), Christian Poos (Differdange), Paul Bentner (Diekirch), Daan De Jonge (Predictor-Lotto) und Christophe Gillardin (Belvaux) hatten rund 20 Sekunden Vorsprung auf Claude Wolter, Claudio De Benedictis, Mark Solberg und Pit Schlechter, sowie rund 40 auf das Hauptfeld. Dort schien man schon fast resigniert, denn die Differdinger hatten sicherlich mit Chritian Poos, dem 6. vom Vortag bei der Ronde van Overrijsel in den Niederlande, ein heisses Eisen im Feuer und auch sonst übernahm Niemand die Initiative. Doch dann, in der dritten Runde, änderte sich die Situation schlagartig: das Tempo wurde im Hauptfeld wieder stark angezogen, es holte die vier Verfolger ein und verringerte den Abstand auf die Führenden. Am Fusse der kleinen, aber steilen Steigung von Esperbierg, zwischen Herborn und Berbourg, betrug der Vorsprung nur noch 50 Meter und das war natürlich die Gelgenheit, um nach vorne aufzuschliessen. Das dürfte sich auf jeden Fall Kirk Carlsen gesagt haben, denn er attackierte im Hauptfeld, gefolgt von Tjarco Cuppens.

6 Fahrer an der Spitze

6 Fahrer an der Spitze.

Die Verfolger

Die Verfolger.

Doch Niemand vermochte dem Mann im "Stars and Stripes" Trikot zu folgen und nach einer kurzen aber heftigen Anstrengung konnte der US-Amerikaner zur Spitzengruppe aufschliessen.

6 Fahrer lagen also in der dritten Runde an der Spitze und sie konnten ihren Vorsprung auf das nach der Attacke von Carlsen zerrissene Hauptfeld wieder ausbauen. 25 Fahrer lagen in der direkten Verfolgung, dabei natürlich Leute von Differdange (Heymans, Drucker, Centrone) und PPL Belisol (Cuppens, Paas), ein Amerikaner (Barton) sowie, unter anderem, Daniel Bintz, Tom Kohn, Jacques Dahm, Patrick Gressnich, Philippe Hermann, Tom Wecker, Carlo Kirsch, Olivier Laterza und ein Trio vom Team Espoir Robert Lange. Doch die restlichen Fahrer waren noch nicht abgeschlagen und in mehreren Wellen konnten einige von ihnen wieder zu der ersten Verfolgergruppe aufschliessen, darunter vier Mitglieder der Mannschaft Predictor-Lotto (Boivin, Nanni, Brown, Rousseau), der Japaner Shimada, Mark Habets, Hakan Nilson, Chris Monteleone und zwei weitere Fahrer vom Team Robert Lange. Diese waren also zu Fünft in der Gruppe vertreten(Thiemeier, De Benedictus, Gajewiak, Ohlenschläger und Flemming) und haben während einiger Zeit Führungsarbeit geleistet, während PPL Belisol zum Beispiel sich relativ passif verhielt, obschon sie nicht in der Spitzengruppe vertreten waren.

Vier Runden vor Schluss hatte der Vorsprung der 6 Spitzenfahrer sich bei einer Minute eingependelt, doch die Zusammenarbeit klappte immer noch nicht

Christian Poos und Kirk Carlson

Christian Poos und Kirk Carlson.

7 Fahrer in der Verfolgung

7 Fahrer in der Verfolgung.

sehr gut bei den 36 Verfolgern. Thiemeier, Cuppens oder auch Kohn versuchten zwar, alleine nach vorne aufzuschliessen, doch eine richtige Nachführarbeit gab es nicht. Mit dem Resultat, dass weitere Fahrer wie zum Beispiel der junge Kevin Feiereisen, vor zwei Tagen noch 6. beim Henninger-Turm Rennen der Junioren, von hinten aufschliessen konnten und dass der Rückstand zu den Führenden wieder grösser wurde. Doch vorne wurden die Beine mittlerweile schwer, nach fast 100 Kilometern an der Spitze des Rennens und in der zehnten Runde viel die kleine Gruppe auseinander. Christian Poos und Kirk Carlsen waren klar die Stärksten und setzten sich ab, gefolgt von Guillardin, Bentner und Salon, während Daan De Jonge, auf dem Papier eigentlich einer der Stärksten, zurückfiel. Poos und Carlsen arbeiteten gut zusammen und konnten schnell eine halbe Minute Vorsprung herausfahren. Doch dann setzte sich Peter Salon bei den drei Verfolgern ab und kam wieder bis auf 18 Sekunden auf das Spitzenduo heran. Carlsen, der seinen Kollegen bei Garmin-Felt hinter sich wusste, übernahm natürlich jetzt keine Führungsarbeit mehr und hoffte auf eine Zusammenkunft. Christian Poos wollte diese jedoch vermeiden und musste also nach einem kurzen Wortwechsel wohl oder übel alleine die Führungsarbeit leisten, mit dem Amerikaner am Hinterrad. Salon blieb auf Tuchfühlung, konnte aber nicht aufschliessen: eine Runde vor Schluss belief sich sein Rückstand auf 40 Sekunden.

Kirk Carlsen gewinnt den GP OST-Fenster 2009

Kirk Carlsen gewinnt den GP OST-Fenster 2009.

Das Siegerpodest: Poos, Carlsen, Salon, Feiereisen

Siegerpodest: Poos, Carlsen, Salon, Feiereisen.

Bei den weiteren Verfolgern hatte sich die Situation inzwischen ebenfalls etwas verändert: Centrone (Differdange), Wecker (Tétange), Kirsch (Roeserbann), Barton (Team USA), Rousseau (Predictor-Lotto) sowie Paas und Cuppens (PPL Belisol) hatten sich abgesetzt und die erstaunlich starken Guillardin und Bentner eingeholt. Doch ihr Rückstand betrug schon über zwei Minuten und nach der letzten Passage auf dem 9,6 % steilen Esperbierg war es klar: Poos und Carlsen sollten den Sieg unter sich ausmachen. Der Amerikaner war nach fast zwei Runden im Hinterrad von Poos natürlich frischer und attackierte an einer der Schlüsselstellen des Kurses, zwischen Berbourg und Bech. Gegen den Wind konnte er schnell 50 Meter Vorsprung herausfahren und dem Sieg entgegen fahren. Kirk Carlsen gewann den 22. Grand-prix OST-Fenster mit 17 Sekunden Vorsprung auf Christian Poos und trug sich damit als erster Amerikaner in die Siegerliste des Rennens ein. 1'06" später überquerte sein Landsmann Peter Salon als Dritter die Ziellinie, und auch der vierte Platz ging an einen Ami, denn Chris Barton hatte sich in der letzten Runde von den Verfolgern abgesetzt und vervollständigte damit die beeindruckende Mannschaftsleistung des Team USA. Maikel Paas gewann den Spurt der nächsten Gruppe um den fünften Platz, während Jempy Drucker, der beim ACC Contern lizensiert ist, jedoch für die Continental-Mannschaft von Differdange fährt, in einer zweiten Gruppe auf den 14. Platz fuhr. 3'48" nach dem Sieger erwies sich Kevin Feiereisen als Schnellster in der dritten Gruppe und war damit bester Junior des Rennens. Sicherlich war ihm dabei nicht entgangen, dass auch Frank Schleck zu seiner Zeit (1998) die 14. Ausgabe des Grand-prix OST-Fenster als erster Junior beendet hatte.



Grand-prix OST-Fenster 2009 >>

www.acccontern.lu