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Nationale Luxemburgische Cross-Meisterschaften - 06.01.2008 - Contern

Bericht:

Elite / U23:

Nach 1982, 1991 und 1997, hat der ACC Contern im Jahr 2008 zum 4. Mal die Nationalen Cross-Meisterschaften organisiert, und zwar auf der traditionellen Strecke

Jempy Drucker

in Contern mit Start und Ziel in der rue de Moutfort. Bei strahlendem Sonnenschein war es ein beachtlicher Zuschauererfolg mit geschätzten 3000 Fans. Schon vor Beginn der ersten Wettkämpfe wurde viel spekuliert über diese Meisterschaften, schuld daran war die linke Hand von Jempy Drucker. Der haushohe Favorit hatte sich diese bei seiner Glanzleistung in Diegem, am 30. Dezember 2007 verletzt und war bis am Vortag nicht sicher, überhaupt an den Start zu gehen. Doch Jempy wollte diesen Titel gewinnen, denn seit einigen Wochen ist er glänzend in Form und er wollte sich und seinen Fans das Fest nicht verderben. Schlussendlich wurde er durch die Verletzung doch nicht weiter behindert, denn er hat das Rennen haushoch dominiert, liess niemals Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen und konnte am Ende beim Überqueren der Ziellinie mit seiner wiedergenesenen Hand das Rad zum Triumph hoch über seinen Kopf halten.

28 Fahrer fanden sich bei kaltem, aber freundlichen Wetter und vor einer ungewohnt imposanten Zuschauerkulisse am Start ein zu einer schweren Stunde.

Jempy Drucker

Denn die Strecke war schwierig. Der Schlamm in dieser seit schon fast 30 Jahren zur Quer-Hochburg gewordenen Wiese im Ausgang von Contern spritze zwar nicht hoch und liess die Fahrer am Ende noch relativ sauber aussehen, doch er setzte sich in den Rädern fest und klebte diese regelrecht an den Boden. Zu schwer also für die schwächeren Fahrer, so hatte die Strecke doch den Vorteil, dass nur ein wirklicher Champion, der Beste an diesem Tag sowohl auf athletischem, wie auch auf technischem Plan als Sieger aus dem Rennen hervorgehen konnte. So wie Jempy Drucker, auf den der Morast keinen Einfluss zu haben schien und der über die Strecke flog, auch an denen Stellen auf dem Rad sitzen blieb, wo alle Anderen laufen mussten. Denn auch wenn Gusty Bausch den besten Start erwischt hatte und das Feld als Erster in die knifflige Abfahrt im Wald hineinführte, so

Gusty Bausch

liess Drucke schon bei der ersten Passage in der grossen Wiese keinen Zweifel an seiner Stärke aufkommen. Kraftvoll und auch auf glitschigem Boden souverän liess das neue Mitglied des ACC Contern seine Konkurrenten zurück und fuhr in nur einem Kilometer einen Vorsprung von über einer halben Minute heraus. Das Rennen war schon gelaufen und Jempy begnügte sich ab der zweiten Runde damit, den Vorsprung auf die nächsten Verfolger konstant zu halten.

Doch auch Gusty Bausch schien sehr stark heute und wenn er die Michely, Claerebout und Wolter auch während einer halben Runde in seinem Hinterrad duldete, so zeigte er sich ihnen doch schnell überlegen und war der Einzige, der den Schaden gegenüber dem entfesselte fahrenden Drucker in Grenzen halten konnte. Denn Gusty hat verbissen gekämpft, um seinen Rückstand ab der zweiten Runde konstant bei etwas über einer Minute zu halten und konnte in den beiden letzten Runden sogar noch etwas aufholen.

Claude Wolter und Pascal Triebel

Der Fahrer vom VC Diekirch verteidigte seinen Titel also tapfer und während er den Drittplazierten um gleich drei Minuten hinter sich liess, hatte er am Ende nur noch 27 kleine Sekunden Rückstand auf seinen Nachfolger, der natürlich am Schluss kein Risiko mehr einging. Eine schöne Leistung !!!

Der Kampf um die beiden ersten Plätze war also schnell entschieden und es blieb nur noch eine einzige Medaille bei der Elite zu verteilen, und zwar zwischen Claude Wolter und Pascal Triebel. Denn wenn letzerer die schweren Strecken bevorzugt und auf solchem Terrain gewöhnlich über sich hinaus zu wachsen pflegt, so hatte er aber einen schlechten Tag erwischt und war ausserdem in den glitschigen Abfahrten nicht in seinem Element. Während Claude Wolter zusammen mit den besten U23 Fahrern einen guten Start erwischt hatte, lag Triebel am Ende der ersten Runde weit zurück. Doch der alte Löwe liess sich nicht unterkriegen und kämpfte sich wieder nach vorne. Mit viel Einsatz konnte er Runde um Runde seinen Rückstand wieder wettmachen und hatte bei halbem Rennen den Kontakt zu Wolter wieder hergestellt.

Bausch, Drucker, Triebel

Dieser hatte sich wohl am Anfang etwas übernommen, denn er konnte Triebel im Anschluss nicht mehr folgen und musste den Tetinger zu einem weitern Medaillengewinn ziehen lassen. Ein schöner Zweikampf zwischen den beiden Fahrern, die zusammen mit dem U23-Fahrer Claerebout Spannung in das ansonsten eher eintönige Rennen brachten.

Denn Dieser war die eigentliche Überraschung im Rennen und wurde von den meisten Beobachtern nicht so stark erwartet. Wenn auch Kim Michely

David Claerebout

am Anfang des Rennens im Hinterrad von Gusty Bausch als stärkster U23-Fahrer erschien, so musste der Sohn des luxemburgischen Quer-Rekordhalters doch schnell einsehen, dass er nicht den besten Tag erwischt hatte. Claerebout sprang in die Bresche und lag während langer Zeit an dritter Stelle überhaupt im gemeinsamen Rennen mit den Elite-Fahrern. Auch wenn der Fahrer aus Differdange am Ende Krämpfe bekam und Triebel an sich vorbeiziehen sah, so hatte er den wichtigsten Sieg in der Tasche: Landesmeister in der U23-Kategorie. Die Freude am Ziel war gross und den Titel hat Claerebout sicherlich verdient, denn er hat heute Alles gegeben und sein bestes Rennen überhaupt gefahren: Michely überquerte das Ziel erst zweieinhalb Minuten später und der drittplazierte David Schlösser hatte deren gleich Vier als Rückstand.

Neben Claerebout war auch Jempy Drucker überglücklich: der Fidea-Fahrer hatte das Risiko in Kauf genommen, bei der Elite zu starten, auch wenn er eigentlich bis ans Ende der Saison noch in die U23-Kategorie gehört. Doch nächstes Jahr wird er in der höchsten Kategorie starten müssen und das neuerworbene rot-weiss-blaue Trikot wird ihm sicherlich befhilflich sein auf der Suche nach einem Profi-Kontrakt, der es ihm erlauben soll, sich unter optimalen Bedingungen in den Kampf mit den Nys und Wellens zu begeben.



Damen, Anfänger und Junioren:

Bei den Damen und in den Anfängerklassen gab es die erwarteten Sieger mit Natahlie Lamborelle, Bob Jungels und Vincent Dias Dos Santos, ein Siegerpodest war sogar identisch mit dem vom Vorjahr. Trotzdem hat es bei diesen Rennen an Spannung nicht gefehlt.

Vor Allem bei den Damen, wo das erwartete Duell zwischen Nathalie Lamborelle und Suzie Godart sehr knapp endete. Die Jüngere konnte sich mit

Nathalie Lamborelle vor Suzie Godart

fahrerischem Können und einigem Mut schon früh in der Abfahrt absezten, doch die Ältere gab nicht auf und blieb ihr auf den Fersen bis zum Schluss. Nach einem Ausrutscher von Nathalie Lamborelle konnte ihre Rivalin sogar wieder aufschliessen und nach einer halben Runde kurzzeitig die Führung übernehmen. Doch in der rutschigen Abfahrt konnte Nathalie sich ein weiteres Mal absetzen, während Suzie es vorzug, die knifflige Passage zu laufen. Die Uniqa Faherin hatte sich damit definitiv abgesetzt, auch wenn Godart ihr nach einem weiteren Sturz in der letzten Runde noch einmal sehr nahe kam und auf dem weissen Strich nur 6 Sekunden Rückstand hatte. Schade, dass die Gewinnerin der Bronzemedaille, Christine Majerus, die ganze Woche über krank gewesen war und so nicht in den Kampf um den Meistertitel eingreifen konnte. Die Fahrerin aus Cessingen beendete das Rennen mit eineinhalb Minuten Rückstand auf Nathalie Lamborelle.

Bei den Anfängern waren die Fahrer aus Dippach dominant mit nicht weniger als 8 Teilnehmern am Start, also fast die Hälfte aller Teilnehmer.

Feiereisen, Jungels, Kirsch

Nicht erstaunlich, dass sie auch die ersten Plätze unter sich ausmachten, wie dies schon des öfteren in dieser Saison der Fall war. Kevin Feiereisen hatte den besten Start erwischt, gefolgt von seinen Mannschaftskollegen Alex Kirsch und Bob Jungels, während mit Lex Reichling der erste Fahrer, der nicht aus Dippach kam, schon mehrere Längen Rückstand hatte. Fünfmal schon hatte Bob Jungels in dieser Saison die Nase vorne und er sollte auch heute der Stärkste sein. Er schien physisch stärker als seine Kamaraden und kam in der zweiten Runde wieder an Kirsch heran und liess ihn etwas später auch zurück. Jungels fuhr einem feinen Solosieg entgegen und überquerte den weissen Strich mit 47 respektiv 1'24" Vorsprung auf seine beiden Teamkollegen.

Nicht weniger als vier Fahrer aus Tetingen haben in der Anfangsphase das Rennen der Junioren bestimmt mit Pit Schlechter, Vincent Dias Dos Santos, Max

Vincent Dias Dos Santos vor Pit Schlechter

Michely und Laurent Sadler, während Titelverteidiger Tom Thill den guten Zug verpasst hatte. Der Fahrer vom LC Kayl konnte sich zwar danach verbessern und zog an Sadler vorbei, doch er war nicht in der Lage, die drei vor ihm Liegenden zu bedrängen und so machten die Fahrer vom LC Tétange die Medaillen unter sich aus. Pit Schlechter schien in der zweiten Runde der Stärkste zu sein und er setzte sich leicht ab. Doch Dias Dos Santos konte schnell wieder aufschliessen und liess seinen Mannschaftskollegen etwas später zurück. Nach einem Defekt und einigen Ausrutschern fiel Schlechter sogar noch bis hinter Max Michely zurück, der nach einer starken Aufholjagd also den zweiten Platz belegte. Der Sieg von Vincent Dias Dos Santos kam dagegen nicht mehr in Gefahr. Der klein gebaute und für die Cross-Disziplin ideal proportionnnierte Fahrer zeigte fahrerische Klasse und konnte an seine guten Resultate anknüpfen vom Saison-Anfang, vor seiner Blinddarm-Operation. Er gewann den Meistertitel mit 46 Sekunden Vorsprung auf Michely und konnte ihn auf der Zielgeraden ausgiebig bejubeln.

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